Vor 1980 war das Tauchen in Rheinland-Pfalz unbeschwert. Zwar zählte das Landeswassergesetz das "Tauchen mit technischem Gerät" nicht zum Allgemeingebrauch eines Gewässers, aber die Zahl derer, die sich unter der Wasseroberfläche der heimischen Seen auf Entdeckungsreise machten, war verschwindend gering. Entsprechend großzügig gingen öffentliche und private Gewässereigentümer mit dem "Phänomen Tauchen" um.

Als sich schließlich Im Jahre 1980 im Pulvermaar ein tödlicher Tauchunfall ereignete, wurde das Gewässer geschlossen und es ist bis heute nicht gelungen, dort wieder eine Taucherlaubnis zu erhalten.

Ebenfalls im Jahr 1980 begann in Rheinland-Pfalz die Novellierung des Landeswassergesetzes. Von Anfang an engagierte sich der LVST über den Landessportbund als anzuhörender Verband. Rainer Krey, Vorsitzender des TC Koblenz, erarbeitete damals ein, auch von vielen anderen wassersporttreibenden Verbänden beachtetes Memorandum über die Tauchsituation in Rheinland-Pfalz. Trotzdem wurde Tauchen mit technischem Gerät nicht als Gemeingebrauch bei der Gesetzesnovellierung berücksichtigt. Ganz im Gegenteil: Heute kann ein Gewässer erst dann offiziell betaucht werden, wenn eine Rechtsverordnung erlassen wurde.

Ein See nach dem anderen wurde so geschlossen...

Beim Laacher See ist es dem LVST erstmals gelungen, den See zumindest an 4 Terminen jährlich zu Ausbildungszwecken wieder zu öffnen.

Die Kreisverwaltung Ludwigshafen (seit 01.01.2004: Kreisverwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises) erließ 1993 eine Rechtsverordnung, in der das Tauchen mit technischem Gerät in den Seen "Marx´scher Weiher" und "Schlichtsee" zum Gemeingebrauch erklärt wurde. Diese Rechtsverordnung wurde 1991 im Rahmen einer Podiumsveranstaltung in den Räumen der Kreisverwaltung Ludwigshafen (seit 01.01.2004: Kreisverwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises) den Tauchern vorgestellt und fast unverändert beschlossen. Eine Bestätigung für die gute Vorarbeit des LVST.

1992 wurde das "rheinland-pfälzische Hausriff", der Jägerweiher (Rhein-Pfalz-Kreis), aufgrund einer mißglückten Zeitungsmeldung ebenfalls geschlossen. Es ist uns gelungen, auf Grund einer privatrechtlichen Vereinbarung das Tauchen, allerdings stark kontingentiert, wieder zu ermöglichen.

Durch die bis jetzt in Rheinland-Pfalz einzige Rechtsverordnung wurden dem LVST erhebliche Pflichten auferlegt. Der LVST ist verantwortlich für die strikte Einhaltung der Auflagen und den geregelten Tauchbetrieb in den Seen. In der Zeit vom 15. April bis 15. September eines jeden Jahres leistet der Vorstand des LVST reihum Telefondienst und vergibt Tauchgenehmigungen an die anrufenden Tauchkameraden. Zwei regionale Tauchsportvereine übernahmen Patenschaften und leisten seitdem den Ordnungsdienst und die Kontrolle vor Ort. Im Jahr 1996 mußte eine erhebliche Anzahl "wilder" und uneinsichtiger Taucher zur Anzeige gebracht werden. In rund 200 Fällen wurden Ordnungsstrafen ausgesprochen.

Seit Anfang der 80er Jahre beteiligt sich der LVST-Vorstand aktiv an der VDST-Verbandspolitik: Das derzeit gültige Recht der einzelnen Vereine, ihre Stimmen bei Abstimmungen auf VDST-Bundestagungen an den Landesverband übertragen zu können, wurde trotz stärkster Widerstände größerer Landesverbände von der damaligen VDST- und LVST-Spitze durchgesetzt. Auch im Bereich der VDST-Finanzen haben sich die Rheinland-Pfälzer, nämlich Udo Radzei und später Georg Theis als VDST-Schatzmeister eingebracht.

Zusammen mit Udo Radzei, TC Kaiserslautern, der später sogar zum VDST-Präsidenten gewählt wurde und Georg Theis betrieb der Landesverband Rheinland-Pfalz eine ganz aktive Bundesverbandspolitik. Udo Radzei stand bis 1996 als Präsident an der Spitze des Verbandes Deutscher Sporttaucher e.V. (VDST).

1988 wirkte der LVST bei der Gründung des "Förderkreis Sporttauchen" in München mit, drei Vorstandsmitglieder waren Gründungsmitglieder.

Das Jahr 1991 stelle in einem ganz besonderen Punkt einen Meilenstein in der LVST-Geschichte dar. Bis zu diesem Jahr wurde der LVST stets durch einen Mann geführt. Mit Herta Bassauer wurde erstmals eine Frau an die Spitze des LVST gewählt. Der Landesverbandstag in Bad Kreuznach wußte genau, wem er durch sein Votum das Vertrauen aussprach, da Herta Bassauer bis 1991 schon als Schatzmeisterin des Landesverbandes hervorragende Arbeit leistete. Seit 1991 führt sie erfolgreich, mit ihrer allseits bekannten Unerschrockenheit und mit Elan den Landesverband als 1. Vorsitzende.

Verbandspolitisch wurde schon recht früh die Wichtigkeit des Umweltschutzes erkannt. Auf Vorschlag des LVST-Vorstandes wählte der Landesverbandstag den Biologen und Pädagogen Dr. Willibald Rixner zum ersten Umweltreferenten für Rheinland-Pfalz. Er war bundesweit der dritte Umweltreferent innerhalb des VDST.

Jährlich fanden Gewässeruntersuchungen unter seiner Leitung im Jägerweiher statt. Im Jahr 1993 fuhren die LVST-Taucher sogar nach Hurghada (Ägypten) und absolvierten im Roten Meer mit Dr. Rixner einen Sonderkurs "Meeresbiologie". Durch das Enga-gement hielt der Umweltschutz auch Einzug in die Übungsleiterausbildung bei LVST und VDST.

Wenn in dieser Ereignis-Revue, trotz gewissenhafter Recherche das Eine oder Andere vergessen worden sein sollte, dann bitten die Verfasser um Nachsicht (und Ergänzung!).

Ob im Leistungssport, über Jugendmeisterschaften den Aufschwung im Breitensport, begleitet durch eine wesentlich vergrößerte Tauchlehrer-Crew bis zu vielzähligen Umweltaktivitäten kommt in einem lebendigen LVST das gesamte Spektrum unserer natur-verbundenen Sportart zum Tragen.

Diese Kurze Chronik soll nicht davon ablenken, dass sich der LVST immer nur als Sprachrohr seiner Vereine und Clubs verstanden hat. Alle Beschlüsse und Anregungen der zurückliegenden Jahre sollten einzig und allein dazu dienen, den rheinland-pfälzischen Sporttauchern ihr phantastisches Hobby - TAUCHEN - zu ermöglichen.