Meerfrauen-Festival 2026 – Ein Wochenende voller Inspiration, Austausch und Tauchleidenschaft

Vom 12. bis 14. Juni 2026 fand im Tauch-Ausbildungs- und Naturschutzzentrum Ammelshain (TANA) bei Leipzig das erste Meerfrauen-Festival statt. Insgesamt 45 Frauen kamen an diesem Wochenende zusammen, um gemeinsam zu tauchen, voneinander zu lernen und sich zu vernetzen, ganz nach dem Motto „Von Frauen für Frauen“.

Bereits am Freitagabend begann das Festival mit einem herzlichen Get Together und der offiziellen Eröffnung. Den inhaltlichen Auftakt bildete ein inspirierender Vortrag von Sharanne Wheeler, AP-TL3 und Resilienz-Yogalehrerin, zum Thema „Das fehlende Puzzleteil der Resilienz“. Darin erläuterte sie anschaulich, warum Denken allein uns nicht stark macht und was es zusätzlich braucht, um wirklich widerstandsfähig zu sein: den Körper mit all seinen Sinnen. Denn dieser erfasst deutlich schneller, wie es uns geht, als unser bewusstes Denken. Mithilfe der Interozeption, der Wahrnehmung innerer Körperempfindungen, können wir lernen, Situationen und Lebensumstände schneller und präziser wahrzunehmen und dadurch gute, lebensbejahende Entscheidungen zu treffen. Sharanne verband Theorie, praktische Übungen und persönliche Erfahrungen auf lebendige Weise und begeisterte damit die Teilnehmerinnen. Im Anschluss konnten sich alle bei einem  gemeinsamen Abendessen austauschen und den Abend entspannt ausklingen lassen.

Der Samstag startete für Frühaufsteherinnen um 8 Uhr mit einer Yoga-Einheit bei Sharanne. Dabei konnten die Teilnehmerinnen das am Vorabend vorgestellte „fehlende Puzzleteil der Resilienz“ buchstäblich nachempfinden und die Verbindung von Körperwahrnehmung und innerer Stärke selbst erfahren. Ein gelungener Auftakt zu einem spannenden Tag, bevor ab 10 Uhr gemeinsam gefrühstückt wurde. Gut gestärkt ging es anschließend in den abwechslungsreichen Workshop-Tag. Dabei zeigte sich schnell, dass der Zeitplan bei dieser ersten Veranstaltung schnell angepasst wurde, voll und ganz zugunsten von Austausch, Praxis und spontanen Lernmomenten. In verschiedenen Workshops konnten die Teilnehmerinnen ihre Fähigkeiten erweitern. In drei Workshops ging es um Apnoetauchen, Backplate & Wing und Longhose, sowie Flossenschlagstechniken.

Das Apnoetauchen bei Sally Otto (AP-TL1) und Sharanne Wheeler (AP-TL3) erfreute sich großer Beliebtheit und sprach sowohl neugierige Schnupperinnen als auch erfahrene Apnoetaucherinnen an. Ob eleganter Duck Dive oder effektiver Druckausgleich, die Teilnehmerinnen konnten wertvolle Erfahrungen sammeln, neue Techniken erlernen und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln. Die Begeisterung war so groß, dass sich die Apnoeszene künftig über einige neue Anhängerinnen freuen darf. Parallel dazu bot Maren Isigkeit (TL3) einen intensiven Workshop zum Tauchen mit Wing, Backplate und Longhose an. Mit großer Expertise erklärte sie die optimale Einstellung eines DIR-Harness, die Positionierung der D-Ringe sowie die richtige Schlauchführung. Besonders wertvoll waren ihre Hinweise zur individuellen Anpassung der Ausrüstung – etwa, dass für viele Frauen eine kleinere Backplate oft besser geeignet ist. Nach einer Theorieeinheit ging es direkt ins Wasser, wo Übungen wie der Wechsel auf den Backup-Regler, das kontrollierte Freigeben des Longhose, Backkicks sowie sichere Aufstiege in horizontaler Lage trainiert wurden. Mit viel Geduld und einem geschulten Blick gab Maren individuelle Tipps, von denen sowohl Einsteigerinnen als auch erfahrene Taucherinnen profitierten.

Im Flossentechnik-Workshop bei Heike Zipfel (TL3) und Svenja Wohlers (TL2) standen zunächst Trockenübungen auf dem Programm. Auf den Tischen wurden Frog- und Backkick trainiert, was sich direkt in den Bein- und Gesäßmuskeln bemerkbar machte. Anschließend ging es ins Wasser. Mithilfe einer Boje zur Stabilisierung wurden die zuvor erlernten Bewegungsabläufe zunächst an der Oberfläche geübt und erste Fortschritte erzielt. Unter Wasser stieg der Schwierigkeitsgrad deutlich an,  zumal Hinweise nur noch per Zeichensprache vermittelt werden konnten. Dennoch verbesserten sich alle Teilnehmerinnen sichtbar und nahmen zahlreiche praktische Tipps mit nach Hause – Muskelkater inklusive. Während die Workshops stattfanden, nutzten viele Teilnehmerinnen die Gelegenheit für entspannte Spaßtauchgänge im See. Auch zwischen den einzelnen Programmpunkten blieb ausreichend Zeit für Gespräche und das Miteinander. Am Nachmittag wurden der Apnoe und Flossenschlag Workshop erneut angeboten, sodass jede Teilnehmerin neue Techniken ausprobieren oder bereits vorhandene Fähigkeiten gezielt vertiefen konnte.

Ergänzt wurde das Programm am Abend durch inspirierende Vorträge und Gesprächsrunden. Alina Naumann gab Einblicke in ihre Arbeit im Jugendvorstand und ihre Rolle als eine von zwei Frauen im Präsidium. Dr. Petra Tzschoppe, Sportsoziologin und ehemalige DOSB-Vizepräsidentin für Frauen und Gleichstellung, sprach über die  Rolle von Frauen im Sport und die Herausforderungen der Gleichstellung. Ihre Worte unterstrichen die Bedeutung von Veranstaltungen wie dem Meerfrauen-Festival und lieferten wichtige Impulse.

Ein emotionaler Höhepunkt war die Verabschiedung von Anita Hintz-Glitza, die nach beeindruckenden 35 Jahren als Gleichstellungsbeauftragte des VDST ihr Amt abgibt. Mit Svenja Wohlers wurde im Rahmen des Festivals eine engagierte Nachfolgerin vorgeschlagen, die die Gleichstellungsarbeit mit frischem Elan fortführen wird. Nach dem offiziellen Teil klang der Samstagabend bei Gegrilltem, Sauna, Lagerfeuer und vielen intensiven Gesprächen aus. Neue Kontakte wurden geknüpft, Ideen für zukünftige Projekte entwickelt und die gemeinsame Leidenschaft für den Tauchsport gefeiert.

Am Sonntag startete der Tag entspannt mit einem Beauty-Workshop von Steffi Oesterwind, die mit ihrer Erfahrung als Kosmetikerin und bereitgestellten Testprodukten für einen angenehmen Einstieg sorgte. Einige Teilnehmerinnen nutzten die Gelegenheit jedoch schon früh für einen letzten Tauchgang. Nach weiteren Abschlusstauchgängen und dem Abbau der Zelte endete das Wochenende schließlich mit vielen schönen Erinnerungen.

Ein besonderer Dank geht an Daniela Klug und Steffi Oesterwind. Ohne ihren unermüdlichen Einsatz, ihre hervorragende Organisation und ihr großes Engagement wäre dieses Festival in dieser Form nicht möglich gewesen. Sie haben mit viel Herzblut dazu beigetragen, dass das Wochenende für alle Teilnehmerinnen zu einem besonderen Erlebnis wurde.

Fazit: Das erste Meerfrauen-Festival war ein voller Erfolg. Es hat eindrucksvoll gezeigt, wie wertvoll Austausch, gegenseitige Unterstützung und Vernetzung unter Frauen im Tauchsport sind – und macht Lust auf eine Fortsetzung.

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