Trainer C-Seminar in Neustadt an der Weinstraße

Neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Vereinen, sieben davon Frauen – mit dieser für einen Trainer C-Lehrgang eher ungewöhnlichen Konstellation starteten wir in eine intensive Woche in Neustadt an der Weinstraße.

Nach dem gegenseitigen Kennenlernen ging es zunächst direkt mit Theorie los. Themen wie DTG-Ausbildung, Unfallvermeidung sowie ABC- und Apnoe-Ausbildung standen auf dem Programm. Dazu kamen die ersten Vorbereitungen für die anstehenden Lehrproben. Schnell wurde klar: Eine Trainer C-Woche ist kein Urlaub – auch wenn die Lage der Jugendherberge durchaus dazu einlud, es zumindest kurzzeitig zu vergessen.

Ab dem dritten Tag durften wir dann endlich ins Wasser. Die ersten Lehrproben mit ABC-Ausrüstung standen an und es wurde geschwommen, geschnorchelt, gestreckt und die Luft angehalten. Beim Zeittauchen konnten einige sogar die Drei-Minuten-Marke erreichen. Als sportlicher Höhepunkt wurde außerdem die Schwimmbadrutsche freigegeben. Die anschließende Testreihe im Neoprenanzug lieferte zwar keine neuen Erkenntnisse für die Tauchtheorie, sorgte aber für hervorragende Stimmung.

Neben der praktischen Ausbildung standen zahlreiche weitere Themen auf dem Programm. Bei Tauchmedizin und Beatmung mit dem Ambu-Beutel wurde es ebenso spannend wie bei der Rettungsfähigkeit. Befreiungsgriffe wurden nicht nur erklärt, sondern teilweise auch mit Tanzeinlagen visualisiert. Anschließend ging es wieder ins Wasser, um das Ganze praktisch umzusetzen. Erfreuliches Ergebnis: Niemand ist untergegangen.

Auch die Theorie kam weiterhin nicht zu kurz. Wettkampfsport, Doping, Ausrüstung und sogar eine kleine Physikstunde beschäftigten uns im Laufe der Woche. Besonders bei der Diskussion über Masse, Kraft und Abtrieb zeigte sich, dass Taucher durchaus leidenschaftlich über physikalische Einheiten diskutieren können.

In der zweiten Wochenhälfte ging es dann endlich mit vollständigem Tauchgerät ins Wasser. Unter Anleitung der Ausbilder wurde zunächst die eigene Ausrüstung überprüft und optimiert, bevor es an die verschiedenen Übungen ging. Maske ausblasen, Tarieren, Atemreglerwechsel, Flasche zudrehen, Boje setzen, Out-of-Gas-Situationen und Rettungsübungen – alles Dinge, die zukünftige Trainer nicht nur selbst beherrschen, sondern auch sicher vermitteln können müssen.

Und genau darin lag eine der größten Herausforderungen der Woche. Eine Übung selbst durchführen zu können ist eine Sache. Sie einer Gruppe verständlich zu erklären, gleichzeitig auf Sicherheit und Fehler zu achten und dabei noch halbwegs entspannt zu wirken, ist dann doch noch einmal etwas anderes. Entsprechend wurde erklärt, ausprobiert, korrigiert und reflektiert.

Auch die Abende blieben selten komplett frei. Vortragsproben wurden gehalten, Lehrproben ausgearbeitet und Präsentationen verbessert. Natürlich blieb trotzdem Zeit für gemeinsame Abende und den ein oder anderen Neustädter Wein – schließlich soll auch das Gemeinschaftliche bei einem Lehrgang nicht zu kurz kommen.

Am letzten Tag wurde es dann ernst: Die praktischen Lehrproben standen an. Die Aufregung war entsprechend groß, doch die intensive Vorbereitung der vergangenen Tage zahlte sich aus. Am Ende konnten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erleichtert aufatmen: Alle Lehrproben wurden erfolgreich bestanden.

Während die Ausbilder die abschließende Auswertung vornahmen, gab es für uns zur Beruhigung der Nerven bereits Schwimmbadpommes und ein Getränk. Anschließend kamen wir noch einmal zum gemeinsamen Debriefing zusammen und erhielten unsere Teilnahmebestätigungen.

Nach einer intensiven Woche voller Theorie, Praxis, Lehrproben und neuer Erfahrungen machten wir uns zufrieden, erleichtert und ziemlich erschöpft auf den Heimweg. Ganz vorbei ist der Weg zum Trainer C allerdings noch nicht – im Oktober wartet noch die theoretische Prüfung.

Und während einige vermutlich zunächst einmal eine kleine Lehrgangspause einlegen werden, gab es tatsächlich bereits die ersten Willensbekundungen, nach dem Trainer C direkt mit dem TL1 weiterzumachen. Man kann schließlich nie früh genug anfangen, den nächsten Lehrgang zu planen.

Bericht: Lisa und Ben

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