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LVST Seminar SK-Süßwasserbiologie

Abenteuer Tauchen – Auch Tiere und Pflanzen der Unterwasserwelt gehören dazu

SK-SuesswasserbiologieSK-SuesswasserbiologieVom 04. bis 05. September trafen sich 7 Ausbilder und 21 Lehrgangsteilnehmer zum diesjährigen LVST-Spezialkurs Süßwasserbiologie in Schifferstadt. Und die Erwartungen waren groß. Bereits die Vorstellungsrunde zeigte, dass es sich bei dem Lehrgang für die meisten Teilnehmer nicht um eine Pflichtveranstaltung auf dem Weg zum Trainer-C handelte. Die meisten waren da um mehr über die doch so fremde Umwelt unter Wasser zu erfahren. Und sie wurden nicht enttäuscht.

Am Samstag ging es bereits um 09.00 Uhr los. Ort des Geschehens war zunächst die Landessportschule in Schifferstadt. In bewährter Manier von Manfred Bohn durchorganisiert, traf man sich im kleinen Schulungsraum zum Theorieblock. Unter der Leitung von dem Landesumweltreferenten Peter Borsch und seiner Frau Gemahlin, Diplombiologin Dr. Angelika Jöbgen lernten die Teilnehmer bis zur Mittagspause die wichtigsten Aspekte zum Thema.
Dabei stellte Angelika die räumliche Gliederung eines typischen Süßwassersees vor. In Abhängigkeit von der Jahreszeit kommt es in den verschiedenen Gewässerzonen zur Bildung von Temperaturschichten. Diese haben Auswirkungen auf den Nährstoffgehalt in unterschiedlichen Wassertiefen. Ein entscheidender Marker, den jeder von uns bereits kennen gelernt hat, ist die Sprungschicht.


Ein weiterer Faktor, der für die Entwicklung des Lebens in einem Gewässer von Bedeutung ist, ist die Lichtdurchlässigkeit. Während in den flacheren Gewässerschichten mit dem Eindringen von Licht noch Photosynthese und damit Pflanzenwachstum möglich ist, verändert sich dies mit zunehmender Tiefe drastisch. Die Lichtverhältnisse verschlechtern sich. Der Pflanzenbewuchs nimmt stetig ab. Schließlich ist nur noch Algenwachstum, z.B. Armleuchteralgen anzutreffen. Auch diese verschwinden mit zunehmender Wassertiefe. Möglichkeiten und Besonderheiten zur Pflanzenbestimmung rundeten den interessanten Vortrag ab.

 

 

Peter Borsch gab nach einer kurzen Pause zunächst allgemeine Informationen zur Gewässerkunde. So handelt es sich bei ca. 96,5 % des Wasservorkommens auf unserer Erde um Salzwasser. Die verbleibenden 3,5% Süßwasser verteilen sich wiederum auf Eis und Schnee, Grundwasser und mit einem Anteil von unter 1% auf Oberflächengewässer.

Im weiteren Verlauf ging er auf die Nahrungskette in einem Süßwassersee ein. Im Wesentlichen setzt sich die Nahrungspyramide aus Phytoplankton, Zooplankton, Friedfisch und Raubfisch zusammen. Der Größenanteil dieser Populationen hat dabei entscheidenden Einfluss auf die Sichtverhältnisse unter Wasser. Hat man einen hohen Anteil an Raubfisch, dann gibt es weniger Friedfisch und damit einen hohen Anteil an Zooplankton. Dieser ernährt sich wiederum vom Phytoplankton, dessen Anteil damit geringer ausfällt. Als Folge daraus ist mit besseren Sichtverhältnissen zu rechnen.
Ein weiterer Aspekt bei Peters Vortrag war das umweltgerechte Tauchen. Es wurde herausgestellt, dass ein Tauchgang durch unbeabsichtigtes Aufwirbeln von Sediment, erheblichen Einfluss auf die Umwelt hat. Eng anliegende Ausrüstung, genügend Abstand zum Gewässergrund und einen Flossenschlag im Froschstil, selbstverständlich im Schwimmbad geübt, wurden als Lösung aufgezeigt.

Zum Abschluss des Vortrags wurden die Tauchgruppen für den praktischen Teil zusammengestellt und Aufgaben für die Gewässererkundung am Nachmittag vergeben. Insgesamt 7 Tauchgruppen gingen im Binsfelder-See Gänsedreck auf Probenjagd. Es wurden Unterwasserpflanzen gesammelt, Wasserproben in unterschiedlichen Tiefen genommen und an diesen Stellen auch die Temperatur gemessen. Das Gewässer stellte sich den Teilnehmern mit idealen Bedingungen vor. Bei Sichtweiten von ca. 8 Metern traf man auf eine intakte Unterwasserwelt. So viel es den Teilnehmern auch leicht, bei einer Tauchzeit von 70 Minuten und mehr, hervorragende Eindrücke zu gewinnen.

Aber der Tag war noch nicht zu Ende. Nach der Rückkehr in die Landessportschule ging es in den gut vorbereiteten „Untersuchungsraum“. Alle Tauchgruppen hatten einen Tisch mit der notwendigen Ausrüstung zum Analysieren der Proben. Mikroskope, Gläser, Pinzetten, Pipetten, Bestimmungsbücher und -Karten machten es leicht die Proben zu untersuchen. Verschiedene Pflanzenarten wurden anhand der Blattformen identifiziert. Auch eine, im Gänsedrecksee noch unbekannte Pflanze, wurde von einer der Gruppen gefunden. Nachweise von Zooplankton gelangen mit dem Mikroskop problemlos. Nach der Analyse des Sauerstoffgehalts der Wasserproben und der Erfassung der Temperaturen der verschiedenen Wassertiefen, wurden die Ergebnisse auf einem Gruppenzettel erfasst und in einer gemeinsamen Abschlussbesprechung zusammen getragen. Sowohl anhand des Sauerstoffgehalts, als auch an der Wassertemperatur war die Sprungschicht deutlich nachzuweisen. Und die Meisten waren überrascht über die Vielfalt an Leben „im Wassertropfen“.

Den Abschluss des Tages bildete dann das gemeinsame Abendessen beim Griechen. Wie erwartet wurden hier die Eindrücke des Tages in informellen Gesprächen nochmals reflektiert und vertieft.

Am Sonntag ging es dann mit einem erneuten Tauchgang weiter. Im gleichen Gewässer ging es diesmal darum, die angetroffenen Fischarten zu bestimmen und deren Verhaltensweisen zu beobachten. Auch hier war viel zu entdecken. Mit Wels, Aal, Hecht, Sonnen- und Flussbarsch sowie Rotaugen und Karpfen seien nur einige genannt.

Den Abschluss des Seminars bildete dann die Nachbesprechung. Bei Kaffee und Kuchen wurden die Ergebnisse des zweiten Tauchgangs zusammengetragen und die Verhaltensweisen der Fische wie z.B. Aktivität, Antreffen in der Gewässerschicht und Schwarmbildung diskutiert. Im Ergebnis waren alle Teilnehmer mit dem gelernten und alle Ausbilder mit dem vermittelten Stoff sehr zufrieden. Möglichkeiten zur Stoffvertiefung bieten weitere Seminare wie Meeresbiologie oder Ozeanologie.

Peter stellte zum Abschluss noch die Homogenität der Lehrgangsteilnehmer heraus und bedanke sich bei den Ausbildern für die tatkräftige Unterstützung. Bevor alle nun die Heimreise antraten, war es ihm noch eine besondere Ehre, dem langjährigen Kursorganisator und – ausbilder, Manfred Bohn die offizielle VDST-Abnahmeberechtigung für den Spezialkurs Süßwasserbiologie zu überreichen. Dies kam für Manfred sehr überraschend und war der abschießende Höhepunkt.

Zum Schluss bleibt dann noch festzuhalten, dass man dieses Seminar sowohl aus fachlicher, als auch aus organisatorischer Sicht allen Tauchern getrost weiter empfehlen kann. Und es bleibt zu hoffen, dass es noch lange die Jahresausbildungsplanung des LVST bereichern wird.


Autor: Ralf Haben

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