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Tarierwochenende in Heidelberg

Ja, wer denkt, so etwas habe ich nicht nötig, Tarieren, was ist das schon, das kann doch jeder, vor allem so gestandene Taucher wie wir es sind. Doch dass man sich da mal nicht irrt.

Eigentlich dachte ich das auch. Doch da wurde ich, wie alle Anderen, schnell eines Besseren belehrt. Am 21.5. um 9.00 Uhr stand ich mit meiner Tochter und noch 6 anderen Tauchkameraden aus Rheinland-Pfalz, Baden, sowie einem Taucher aus NRW, der die weite Strecke nicht gescheut hat und auch unbedingt wissen wollte, ob er noch etwas dazulernen kann, vor dem Eingang zum Freibad in Heidelberg. Dazu kamen noch unsere beiden Ausbilder, Sebastian Pulkowski und Rainer Krauss sowie der Kamera-Mann Ivo Häusle.

GruppenfotoGruppenfotoWir schleppten unser Gerödel an das Sprungbecken des Freibades, packten aus und zogen uns an. Man sollte zwar mit kaltwassertauglicher Ausrüstung erscheinen, doch hier hatten meine Tochter und ich wohl etwas übersehen und waren mit Shorty und Tropi erschienen. Die anderen sah man im Halbrockenen bis zum Trocki mit dickem Unterzieher.

Bevor wir alle gemeinsam ins 5 m tiefe Sprungbecken sprangen – es war doch ganz schön erfrischend – wurden wir auf das vorbereitet, was wir unter Wasser ausprobieren, trainieren bzw. lernen sollten. Als erstes – im Wasser bewegungslos und vor allem waagerecht, die Beine angewinkelt nach oben, schweben. Wenn das dann einigermaßen gelingt, sollte der Frogkick gelernt werden. Denn mit dieser Art von Fortbewegung unter Wasser soll man doppelt so schnell vorankommen, wirbelt keine Sedimente auf, da die Beine noch oben angewinkelt werden. Und das nicht genug, dieser Frogkick sollte dann noch zum Rückwärtstauchen entwickelt werden. Auf meine bescheidene Frage, ob man das unbedingt können müsste, wurde ich darauf hingewiesen, dass man ja ab und zu mal in eine Höhle, Grotte oder auch Wrack hinein taucht, man dort schlecht drehen kann, ohne alles aufzumuddeln, und hier wäre es natürlich optimal, im Rückwärtsfrogkick wieder rückwärts heraus zu tauchen! Das sah ich natürlich ein, aber als ich es dann vergeblich versuchte auszuprobieren, kam ich leider zu der Erkenntnis, ich glaube, das lerne ich nie! Oder viell. doch? Nach Anschauen des Video-Clips der DVD, die am Schluss des Seminars ausgeteilt wurde, habe ich wieder etwas Hoffnung geschöpft.

Wir bildeten zwei Gruppen, eine mit Sebastian, die andere leitete Rainer. Wir bekamen natürlich alles erst einmal vorgemacht. Rainer bewegte sich im Frogkick, er schwamm von einer Seite des Beckens zur anderen, es war eine Freude, ihm zuzuschauen. Wie ein leibhaftiger Teichfrosch, allerdings in schwarz, nicht in grün/braun, schwamm er hin und her. Hier fehlten nur noch die in der jetzigen Jahreszeit von allen Gartenbioteichen in der Umgebung Tag und Nacht – rund um die Uhr – ertönenden Liebesschreie der Frösche, dann wäre es perfekt gewesen. Nun war es an uns, es nachzumachen. Unsere Gruppe bestand nur aus Frauen, wir Mädels waren ohnehin in der Überzahl. Es klappte natürlich nicht sofort, vor allem der Rückwärtsgang.

Nach der ersten Wasserstunde, wir mussten pünktlich das Becken für die Springer wieder freimachen, gab es einen Imbiss mit Brötchen, Wurst, Käse und Softgetränken. Während wir kauend in der Runde saßen, wurde das von unserem Starkameramann gedrehte Unterwasservideo abgespielt. Nun konnte man sich und die manchmal recht unglücklichen Versuche, wie ein Frosch durchs Wasser zu strampeln, betrachten. Es gab Lob und natürlich auch Kritik. Rainer meinte, ich hätte gleich am Anfang herrlich waagerecht und bewegungslos im Wasser „geschwebt“. Aber durch die Konzentration auf das Erlernen des Frogkicks war wohl leider von der Herrlichkeit nicht mehr so viel übrig. Vor allem konnte man sehen und sich eingestehen – es gibt noch viel zu lernen. Die herumschwimmende Ausrüstung – Fini, Zweitautomat, Lampe und ähnliche Teile – wurde bemängelt. So dass vor dem zweiten Wasserteil Rainer, bewaffnet mit einem Bündel Karabinerhaken und Kabelbinder, die Teile am Jacket erst einmal festband, bevor es weiterging.

Der zweite Wasserteil hatte denn auch so seine eigenen Tücken. Man sollte ohne Taucherbrille waagerecht schweben, seinen Zweitautomaten anbieten, durch ein aus Rohren gebautes Quadrat, welches Sebastian vorher aufgestellt hatte, hindurch tauchen, vorheriger Abstoß mit Frogkick und dann elegant hindurch schweben und das dann auch noch rückwärts. Und hier muss ich neidvoll gestehen, meine beiden Mittaucherinnen, Marion und Heike übten sich sehr erfolgreich im Rückwärtsschwimmen. Es war schon fast perfekt.

Dazwischen wuselte Ivo um uns herum, natürlich ebenfalls vorbildlich austariert und drehte sein Video, welches er uns gegen eine kleine Kostenerstattung bestimmt noch zur Verfügung stellen wird. Denn aus den Fehlern, die man hier mit Sicherheit betrachten wird, kann man ja nur lernen.

Zum Schluss durfte man den Strömungspariser aufsteigen lassen. Vor allem der Umgang mit dem Spool, wie man ihn fachgerecht aufwickelt, befestigt und am Ende des Tauchgangs an die Oberfläche schickt. Besonders wichtig für unsere angehenden Tauchlehrer, die in Kroatien ihre Prüfungen machen werden.

Nach einem kurzen Nachbriefing und Austeilen der Weiterbildungsaufkleber sowie einer DVD, auf der man alles noch mal nachvollziehen kann, ging es auf den Heimweg, nicht ohne vorher den Ausbildern und dem Starkameramann seinen Dank ausgesprochen zu haben. Und alle waren des Lobes voll für die Gestaltung dieses Seminars, welches ja noch nicht sehr lange im VDST angeboten wird.

Weitere Impressionen findet Ihr in unserer Bildergalerie.


Herta Bassauer

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