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Leichenschmaus

Einladung zum Leichenschmaus

„Krimidinner“, das Abschiedsgeschenk für die scheidende Präsidentin!

Mein Karl und ich wurden zum Leichenschmaus des verstorbenen Lord Ashtonburry geladen. Wir warfen uns in die passende Kleidung, Karl im schwarzen Anzug, ich in der dazu passenden Abendrobe, ebenfalls in schwarz, und erschienen mit ca. 120 weiteren trauernden Hinterbliebenen im Stammschloss des Verblichenen (hier im Kurparkhotel in Bad Dürkheim)

Im Foyer wurden wir mit Champagner empfangen, die Urne des Verstorbenen war auf einem Tisch zusammen mit dem Beileidsbuch und einem Blumenarrangement zur Schau gestellt. Lady Ashtonburry empfing uns und der Butler führte uns an unseren Tisch, nicht ehe wir der Lady unser herzliches Beileid ausgesprochen hatten.

Dann wurden wir begrüßt und die Speisefolge vorgestellt. Vom heimtückisch ermordeten Salm im Kräutercrepemantel und Senf-Dill-Soße, über Serranoschinken barbarisch in Streifen geschnitten und in einem heißem See von Ruccolarahm ertränkt zu Champignons und Kräuter in einer Poulardenbrust beerdigt, während schlanke Karotten und in Rosmarin gekleidete Kartoffeln in einer Pfütze von Madeirajus am Grab standen, bis hin zum Avocado-honigparfait, erfroren in den Mexikanischen Bergen und an Kiwipesto wieder zum Leben erweckt.

Vorher erschien noch ein weiterer Gast, angeblich der Halbbruder des Lords, zugegen waren ein auf Erbschaft hoffender Neffe und eine uneheliche Tochter Namens Cora. Der Halbbruder sprach etwas unpassend im Pfälzer Dialekt und wurde nach dem 2. Gang mit Gift, welches in ein Glas Dornfelder geschüttet worden war, ermordet. Um alles aufzuklären, wurde natürlich Scottland Yard herbei gerufen. Der Inspektor, in kariertem Outfit aussehend wie Nick Knatterton, erschien erstaunlich schnell, wenn man den Weg von London nach Schottland bedenkt.

Nach dem Dessert wurde denn endlich mit Hilfe der anwesenden Leidtragenden der Mord aufgeklärt und der Mörder entlarvt. Es war zwar nicht der Gärtner, aber als Ersatz dann eben der Butler, der gekleidet in ein Schottenröckchen mit einer seidenen gestreiften Weste gerade mit dem Familiensilber das Weite suchen wollte.

Der Familiennotar verlas am Schluss das endgültige Testament, vererbte alles einer mildtätigen Stiftung und die Trauernden gingen leer aus.

Herta

 

Anmerkung:

Wenn Ihr an dem Krimidinner interessiert seid, schaut einfach hier

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